2 Tijax
Yukatekisch: 2 Etz'nab'
Norden· WeißKlarheit · Mut · Unterscheidung · Aufrichtigkeit · Verfeinerung
Schlüsselenergien in der K'iche'-Hochlandtradition.
Deine Lesung
Tijax ist die Energie, die mit Sorgfalt heraustrennt, was nicht mehr dient, damit Gesundes wachsen kann.
In der Tradition des K'iche'-Hochlands wird Tijax oft als Obsidianklinge gedacht. Dieselbe Schneide kann verletzen oder lösen, je nach der Hand, die sie führt, und Tijax fragt dich, mit welcher Absicht du heute schneidest.
Es ist eine Energie der Aufrichtigkeit und des Mutes, für das einzustehen, was richtig ist. Tijax kann dir helfen, klar zu sehen, was wesentlich ist und was du gehen lassen darfst, und wie ein Bildhauer aus dem Rohen die Form freizulegen.
Die Gabe der Unterscheidung, das Unwesentliche behutsam wegzunehmen, bis das Klare zum Vorschein kommt.
Wenn die Schärfe ungehalten wird, lädt Tijax dich ein, sie mit Sanftheit zu führen, damit sie löst statt zu verwunden.
Was in deinem Leben ruft danach, mit ruhiger Hand losgelöst zu werden?
Zwei ist die Zweiheit, der Moment, in dem aus dem Einen ein Gegenüber wird.
In der Tradition des K'iche'-Hochlands steht die Zwei für das Aufgehen von Polaritäten und wird mit den Liebenden in Verbindung gebracht. Sie kann dich einladen, beide Seiten einer Energie zugleich zu halten und im Anderen das zu erkennen, was dich ergänzt. Wo viele Möglichkeiten nebeneinander stehen, darf das Abwägen ruhig seine Zeit brauchen.
Das Maya-Kreuz
Vier weitere Energien umgeben deinen Tag und bilden das Maya-Kreuz, Kindheit, rechte und linke Hand sowie die Energie der Zukunft.
Die Mitte des Kreuzes ist dein Kern, die Energie, in der du gerade ankommst und am deutlichsten du selbst bist. In der Tradition des K'iche'-Hochlands ist sie die tragende Kraft, um die sich alles andere ordnet, und sie bleibt dir ein Leben lang treu, selbst wenn andere Winde dazukommen. Hier darfst du dich fragen, was sich heute, in diesem Lebensabschnitt, wirklich nach dir anfühlt.
Diese Stelle trägt deine frühe Wurzel, die Energie deiner Kindheit und der Welt, in die du hineingeboren wurdest. In der Tradition des K'iche'-Hochlands ist sie am Anfang am stärksten und ebbt mit den Jahren leise zurück, bleibt aber als Boden unter allem, was später wächst. Sie kann dich einladen, mit Wärme auf das zu schauen, was dich von Beginn an geprägt hat.
Die rechte Hand ist deine nach außen gerichtete, tätige Kraft, das, womit du anpackst und in der Welt sichtbar wirst. In der Tradition des K'iche'-Hochlands gilt sie als die praktische, körperliche Seite, die Dinge in Bewegung bringt und Form annimmt. Sie kann dir zeigen, durch welche Art von Tun du dich am natürlichsten ausdrückst.
Die linke Hand ist deine empfangende, leise Seite, dein Gespür, deine Vorstellungskraft und das, was du eher fühlst als machst. In der Tradition des K'iche'-Hochlands gilt sie als die intuitive, schöpferische Kraft, die nach innen lauscht. Sie kann dich einladen, dem zu vertrauen, was sich ohne viele Worte in dir zeigt.
Diese Stelle trägt die Energie deines Älterwerdens, die reife Kraft, der du mit den Jahren entgegenwächst. In der Tradition des K'iche'-Hochlands baut sie sich erst später im Leben auf und steht für die Weisheit und Ruhe, die kommen darf, wenn vieles schon gelebt ist. Sie kann dir eine sanfte Ahnung davon geben, in welche Reife du dich entfalten magst.